Samstag, 9. Juli 2016

Produkttest Style-Vil Vlieseline

Zunächst mal war ich freudig überrascht, dass ich es noch in die Runde der Tester beim Nähcenter geschafft habe. Das Vlies kam am Freitag, 1. Juni bei mir an als ich noch im Büro war aber da der Zusteller so klug war, es in der Abholstation abzugeben, konnte ich es auch nach Schließung der Post noch vor dem nächsten Werktag abholen. Hat letztendlich nicht viel genützt weil ich am Wochenende untewegs war und dann leider die Woche total stressig wurde und ich am Abend nicht mehr in der Lage war etwas zu tun. Sorry liebes Nähcenter für die Verspätung!


Aber nun zum Test!

Mein erster Eindruck nach dem Öffnen der Schachtel: Na bumm, das ist aber dick. Ca. 4 mm stark würde ich sagen.
Zweiter Eindruck: Tastprobe – greift sich angenehm an, vor allem eine glatte Oberfläche, man kann also auch auf dem Vlies problemlos nähen, ohne dass sich das Füßchen der Nähmaschine im "Flaum" verheddert. Zwischen den beiden Außenstoffen ist übrigens Schaumstoff und nicht das übliche watteähnliche Vlies.

Einziger Nachteil der mir dabei einfällt ist, dass das Material nicht aufbügelbar ist. Man muss es also entweder mit Sprühkleber fixieren oder festklammern oder stecken, das ist aber weiters kein Problem.

Meine größte Herausforderung dabei war, was soll ich daraus machen. Dass es sich sicher gut für Handtaschen eignet, ist wegen der Stabilität ziemlich klar, das heißt große Teile werden sich super damit polstern und versteifen lassen, aber wie sieht es mit kleineren Dingen aus. Wie wäre es also mit einer Kameratasche für eine Kleinbildkamera (ab und zu will man ja nicht die große mitnehmen)? Die fertige Tasche soll dann ca. 14x9 cm groß sein, was bei der Materialstärke vom Vlies schon schwierig werden könnte. 

Also schnell ein paar Stöffchen zusammensuchen. Die Klappe sicherheitshalber aus Wachstuch, damit Regentropfen nicht gleich an die Kamera kommen. 
Beim Zuschneiden vom Vlies war ich wieder positiv überrascht. Erstens war das Markieren mit Markierstift extrem einfach wegen der glatten Oberfläche, zweitens lässt es sich super schneiden und bleibt wegen des Schaumstoffkerns in Form.
Für meine Zwecke habe ich dann das Vlies mit Sprühkleber am Stoff befestigt, hat dann auch beim Nähen perfekt gehalten.


(Na gut, das Schrägband ist jetzt nicht schön draufgenäht, aber das liegt nicht am Vlies ;-) )

Letztendlich kam ich ans Wenden. Was ich unterschätzt hatte war, dass das Ding dann schon ganz schön dick wird und ich nur mit Müh und Not durch meine Wendeöffnung fädeln konnte. Das heißt, hier einfach bei kleinen Teilen eine etwas größere Öffnung lassen. 

Endkontrolle: Die Kameratasche bekommt noch eine Steckschnalle, die sich durch die Vliespolsterung sehr gut befestigen lässt und fest hält. Das Täschchen ist extrem formstabil und zugleich sehr weich und leicht also ist das Material geradezu  ideal für Kameras und Objektive.
Bügeln ist übrigens auch kein Problem. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alles, das durch Polsterung geschützt werden und eine gewisse Standfestigkeit aufweisen soll. Wofür ich es nicht verwenden würde sind Dinge, die kuschelig sein sollen oder weich fallen, auf keinen Fall also für Decken oder so, aber das ist ja auch nicht das Anwendungsgebiet.

Fazit: Bin positiv überrascht und sehr zufrieden. Ich hätte dieses Vlies vielleicht nicht selbst entdeckt, habe jetzt aber noch 100 Ideen, was ich damit noch nähen werde. Das heißt ich muss mir auf jeden Fall noch Nachschub holen. (Anm. Habe ich mittlerweile schon!)

Herzlichen Dank an das Nähcenter Engelwolf, dass ich bei diesem Test dabei sein durfte!

Kommentare:

  1. Du bist aber wirklich ein idealer Produkttester - der Bericht war garantiert hilfreich für jeden, der über dieses Produkt nachdenkt oder gerade etwas Entsprechendes sucht. Und eine tolle Idee, das Vlies für eine Kameratasche zu testen - ist super geworden... obwohl wir uns hier schon gefragt haben, wo denn die Miezen sind??? ;O)

    Liebe Grüße
    Flutterby und Birgit

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  2. Na prima, ich suche gerade passendes Vlies für einige Projekte, das merke ich mir auf jeden Fall schon mal, lieben Dank für die ausführliche Berichterstattung

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